Die Nasennebenhöhlen-Operation öffnet bei chronischer Sinusitis und Nasenpolypen verschlossene Nebenhöhlenöffnungen und entfernt krankes Gewebe. Sie wird endoskopisch durch die Nase durchgeführt; es gibt keinen äußeren Schnitt, und weder Narbe noch Gesichtsschwellung sind zu erwarten.
Diese Seite erklärt, wann bei chronischer Sinusitis eine Operation erwogen wird, worin sich die endoskopische Nebenhöhlenchirurgie (FESS) von der Ballon-Sinuplastik unterscheidet, wie die Operation abläuft und wie die Heilung verläuft.
Was ist chronische Sinusitis, und wann wird operiert?
Die Nebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume, die über kleine Öffnungen in die Nasenhöhle münden. Sind diese Öffnungen verschlossen, kann die Nebenhöhle nicht belüftet werden, Sekret sammelt sich an und die Entzündung wird anhaltend. Beschwerden über mehr als 12 Wochen werden als chronische Sinusitis bezeichnet.
Die klinische Leitlinie der AAO-HNS zur Sinusitis bei Erwachsenen und das europäische Positionspapier EPOS 2020 empfehlen zunächst eine angemessene medikamentöse Behandlung. Eine Operation wird erwogen, wenn diese nicht anschlägt und die CT eine Erkrankung zeigt.
| Situation | Erste Maßnahme | Wann Operation erwogen wird |
|---|---|---|
| Chronische Sinusitis ohne Polypen | Salzwasserspülung, Steroidspray, bei Bedarf Antibiotika | Beschwerden bestehen trotz angemessener Behandlung fort |
| Chronische Sinusitis mit Polypen | Steroidspray, kurze orale Steroidgabe | Verstopfung und Geruchsverlust bestehen fort |
| Wiederkehrende akute Sinusitis | Behandlung jeder Episode, Suche nach der Ursache | Mehrere Episoden pro Jahr mit struktureller Ursache |
| Lokale Erkrankung wie Pilzball oder Mukozele | Diagnose durch Bildgebung | Nach Diagnose meist Operation |
Welche Symptome treten auf?
- Verstopfte Nase und Völlegefühl im Gesicht
- Dickflüssiger, verfärbter Nasen- oder Rachenausfluss
- Verminderter Geruchssinn
- Druck über Gesicht und Zähnen, Kopfschmerzen
- Häufig wiederkehrende „Erkältungen“
- Müdigkeit und schlechter Schlaf
Wie läuft die Operation ab?
Die endoskopische Nebenhöhlenchirurgie erfolgt in Vollnarkose. Sie dauert je nach Zahl der behandelten Nebenhöhlen 1–3 Stunden.
- Endoskopische Beurteilung: Das Naseninnere wird mit einer feinen Kamera betrachtet und mit dem CT-Plan verglichen.
- Öffnung der Nebenhöhlen: Die verschlossenen Öffnungen der Kiefer-, Siebbein-, Stirn- und Keilbeinhöhlen werden je nach Ausmaß der Erkrankung erweitert.
- Entfernung kranken Gewebes: Polypen und entzündetes Gewebe werden unter Erhalt der Schleimhaut entfernt.
- Begleitprobleme: Septumdeviation oder vergrößerte Nasenmuscheln werden in derselben Sitzung korrigiert (Septumplastik).
- Verschluss: Nähte sind nicht nötig; bei Bedarf wird eine resorbierbare oder kurzzeitige Tamponade eingelegt.
Bei begrenzter, nicht ausgedehnter Erkrankung kann die Ballon-Sinuplastik eine Option sein: Ein in der Nebenhöhlenöffnung platzierter Ballon wird aufgedehnt, ohne Gewebe zu entfernen.
| Kriterium | FESS | Ballon-Sinuplastik |
|---|---|---|
| Gewebeentfernung | Ja, krankes Gewebe wird entfernt | Nein |
| Erkrankung mit Polypen | Geeignet | Nicht geeignet |
| Ausmaß der Erkrankung | Begrenzte und ausgedehnte Erkrankung | Nur begrenzte, ausgewählte Erkrankung |
| Narkose | Vollnarkose | Vollnarkose, bei Ausgewählten örtlich |
| Evidenz | Breit | Vergleichsdaten in einer begrenzten Patientengruppe |
Was sagt die Studienlage?
Eine Metaanalyse zu FESS-Ergebnissen bei chronischer Sinusitis berichtet eine signifikante Besserung der von Patientinnen und Patienten berichteten Beschwerdewerte. Eine weitere Metaanalyse, die die Ballondilatation mit der FESS vergleicht, fand bei ausgewählter begrenzter Erkrankung eine ähnliche Beschwerdebesserung durch die Ballonmethode, während bei polypöser und ausgedehnter Erkrankung die FESS bevorzugt wird.
Das sind Gruppenbefunde; das individuelle Ergebnis hängt vom Ausmaß der Erkrankung, der Ursache und der Einhaltung der Behandlung nach der Operation ab.
Anreise aus dem Ausland planen
| Schritt | Wann | Was geschieht |
|---|---|---|
| Erstkontakt | Wochen vorher | Vorgeschichte und ggf. vorhandene CT oder Berichte; vorläufige Einschätzung |
| Anreise und Beratung | 1 – 2 Tage vor der OP | Endoskopie, CT falls noch nicht vorhanden, Aufklärung |
| Operation | Tag 0 | Vollnarkose; Entlassung am selben Tag oder am nächsten Morgen |
| Nachkontrollen | Tage 1 – 7 | Tamponade entfernt, Spülung begonnen, erste endoskopische Kontrolle mit Krustenentfernung |
| Abreise | Tag 7 – 10 | Fliegen ist nach der ersten endoskopischen Kontrolle in der Regel möglich |
| Fernbetreuung | Wochen 2 – 12 | Sprays und Spülungen werden fortgeführt; Kontrollen aus der Ferne oder bei einer HNO-Praxis vor Ort |
Wie verläuft die Heilung?
Die folgenden Zeiten sind typische Spannen; sie sind individuell verschieden und keine persönliche Zusage.
| Zeitraum | Was zu erwarten ist |
|---|---|
| Erste 48 Stunden | Verstopfte Nase, leicht blutiger Ausfluss; Kopf hochlagern |
| Tage 1 – 3 | Tamponade wird ggf. entfernt; Salzwasserspülung begonnen |
| Woche 1 | Erste endoskopische Kontrolle; Krusten werden entfernt |
| Tage 7 – 10 | Rückkehr zur Büroarbeit bei den meisten |
| Wochen 2 – 4 | Schwere Anstrengung und Fliegen nach der Kontrolle |
| Wochen 6 – 12 | Schleimhautheilung abgeschlossen; medikamentöse Behandlung und Nachsorge gehen weiter |
Regelmäßige Salzwasserspülungen und die verordneten Sprays nach der Operation sind für den Erhalt des Ergebnisses ebenso wichtig wie die Operation selbst.
Welche Risiken gibt es?
Die folgende Liste ist nicht abschließend; individuelle Risiken werden bei der Beratung und im Rahmen der Aufklärung besprochen.
- Blutung, Infektion, Narkoserisiken
- Krusten, Verwachsungen und vorübergehende Trockenheit
- Vorübergehende oder bleibende Veränderung des Geruchssinns
- Erneute Verengung der Nebenhöhlenöffnungen, Wiederauftreten von Polypen
- Selten Beteiligung von Strukturen um das Auge oder der Schädelbasis (Liquorleck, Bluterguss am Auge)
- Notwendigkeit einer weiteren Operation
Wie wird entschieden?
Bei der Beratung wird das Naseninnere endoskopisch untersucht; Polypen, Ausfluss und der Zustand der Nebenhöhlenöffnungen werden beurteilt. Zur Diagnose und Operationsplanung wird eine CT der Nebenhöhlen angefertigt. Allergie, Asthma und Aspirinunverträglichkeit werden erfragt.
Die Entscheidung zur Operation beruht auf Dauer der Beschwerden, Ansprechen auf Medikamente und CT-Befund zusammen. Die Fortführung der Behandlung nach der Operation ist Teil des Plans.
Die Angaben auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Ob eine Nebenhöhlen-Operation für Sie geeignet ist, lässt sich erst nach Untersuchung und Bildgebung bestimmen.




